PV-Abregelung trotz Batteriespeicher: Ursachen, Beispiele und richtige Auslegung

17.12.2025

Viele Industrie- und Gewerbebetriebe investieren in PV-Anlagen und Batteriespeicher, um möglichst viel Solarstrom selbst zu nutzen und Abregelung zu vermeiden. Ein Speicher schafft dabei zusätzliche Flexibilität und kann überschüssige PV-Leistung sinnvoll aufnehmen. Wann das gelingt und in welchen Situationen Abregelung trotz Speicher unvermeidbar ist, wird im Folgenden erklärt.

Wann wird PV abgeregelt?

1. Abregelung bei negativen Strompreisen

In der Direktvermarktung orientiert sich die Vergütung am Börsenstrompreis. Fällt dieser zeitweise unter null, bedeutet Einspeisung: Der Anlagenbetreiber zahlt Geld für die Abgabe von Strom.

In solchen Viertelstunden ist es wirtschaftlich sinnvoll, die PV-Anlage zu drosseln.

Beispiel aus dem Gewerbe:

Ein Produktionsbetrieb speist seine PV-Anlage direktvermarktet ein. An einem sonnigen Sonntagmittag sind die Börsenpreise negativ. Obwohl die Anlage technisch produzieren könnte, wird ein Teil der PV-Leistung bewusst abgeregelt, um Verluste zu vermeiden.

2. Abregelung durch Netzeinspeiselimits

Unabhängig vom Strompreis sind viele Netzanschlüsse technisch begrenzt.

Beispiel:

  • PV-Anlage: 500 kWp

  • Netzanschluss erlaubt max. 200 kW Einspeisung

An sonnigen Tagen kann die PV-Anlage kurzfristig mehr Strom erzeugen, als ins Netz eingespeist werden darf. Ohne zusätzlichen Verbraucher oder Speicher muss der überschüssige Teil abgeregelt werden.

Wie hilft ein Batteriespeicher gegen Abregelung?

Ein Batteriespeicher wirkt als Puffer zwischen Erzeugung und Nutzung. Er nimmt PV-Überschüsse auf und verschiebt sie zeitlich – etwa in die Abendstunden oder in Phasen mit positiven Strompreisen.

Beispiel:

Der Betrieb installiert zusätzlich einen Speicher mit

  • 300 kWh Kapazität

  • 150 kW Ladeleistung

Zur Mittagszeit fließt ein Großteil des PV-Überschusses in die Batterie, statt ins Netz. Das reduziert sowohl Netzeinspeisespitzen als auch Abregelungsverluste deutlich.

➡️ Wichtig: Der Speicher reduziert Abregelung – er garantiert nicht, dass sie vollständig verschwindet.

Warum wird trotz Batteriespeicher noch PV abgeregelt?

PV-Abregelung wird unvermeidbar, wenn drei Faktoren gleichzeitig auftreten:

  1. Hohe PV-Produktion

  2. Netzeinspeiselimit ist erreicht

  3. Batterie ist voll oder in der Ladeleistung begrenzt

Konkretes Beispiel:

  • PV-Produktion: 480 kW

  • Eigenverbrauch im Betrieb: 80 kW

  • Verbleibender Überschuss: 400 kW

Verwertbare Leistung:

  • Batterie lädt maximal mit 150 kW

  • Netz nimmt maximal 200 kW auf

➡️ Insgesamt nutzbar: 350 kW

➡️ 50 kW bleiben übrig und müssen abgeregelt werden

Fazit: Speichergröße bewusst abwägen

Ein Batteriespeicher kann PV-Abregelung im Industrie- und Gewerbebereich deutlich reduzieren, sie jedoch nicht in jedem Fall vollständig vermeiden. Gerade bei hohen PV-Spitzen und begrenzten Netzanschlüssen würde eine vollständige Vermeidung von Abregelung oft einen deutlich größeren Speicher erfordern.

Ob sich diese zusätzliche Speichergröße wirtschaftlich lohnt, ist nicht selbstverständlich. Häufig stehen hohe Investitionskosten nur einer vergleichsweise kleinen Reduktion der Abregelungsmenge gegenüber. Deshalb sollte PV-Abregelung bereits in der Planung und Auslegung realistisch berücksichtigt werden.

Eine gute Systemauslegung zielt nicht darauf ab, jede Kilowattstunde Abregelung zu vermeiden, sondern das wirtschaftlich sinnvolle Optimum aus PV-Leistung, Speichergröße und Netzanschluss zu finden.

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